Bayrische Mühlradstempel

Die Abstempelungen auf den Postwertzeichen von Bayern



Verzeichnis der Mühlradstempel

nach Orten und Nummern


von Johann Wilhelm Stündt, Nürnberg 1917

 

Trotz meiner überaus anstrengenden beruflichen Tätigkeit während der Kriegszeit entschloß ich mich, insbesondere auf das Zureden des Herrn Landgerichtsdirektors Dr. Haymann in Nürnberg hin, das Kapitel der bayrischen Mühlradstempel einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Die Mängel der früheren Abhandlungen treten jedem in Erscheinung, der sich nur einigermaßen mit dem Sammeln auf diesem Gebiet beschäftigt. So fehlt im 2. Kontrollverzeichnis stets die Angabe, ob der Stempel voll oder offen ist, oder ob er in beiden Arten vorkommt. Chelius hat nach amtlichen Quellen wohl die erste Aufstellung gemacht, und sie blieb bis auf den heutigen Tag, auch in der Form, unverändert.

Im Jahre 1912 unternahmen es einige Mitglieder des Briefmarken-Sammler-Vereins Nürnberg auf Anregung des damaligen Vorsitzenden, Herrn Josef Max Midas in Fürth, an Hand der erreichbaren Spezialsammlungen festzustellen, welche Nummern-Stempel einwandfrei bekannt geworden sind. Es stellte sich bald heraus, daß viele Mühlradstempel, die nach dem amtlichen Ver= zeichnis als offen hinausgegeben worden sein sollen, in keiner Sammlung zu finden waren, was zu der berechtigten Vermutung Anlaß gab, daß sie eben nicht in Gebrauch gekommen sind. Chelius erwähnt ja auch in seinem Werke «Der Spezialsammler von Bayern", daß von den 922 Postorten nur etwa 525 den offenen Mühlradstempel zur Verwendung erhielten.

Dem bekannten Bayern-Spezialisten Herrn Dr. Stenger in Charlottenburg gebührt das Lob, als erster eine abgeschlossene Aufstellung derjenigen Nummernstempel gemacht zu haben, deren Existenz einwandfrei bekannt ist. Manch Anfänger im Stempelsammeln hatte sich bald von diesem interessanten und dankbaren Gebiet wieder abgewandt, nachdem er nach Chelius, Leon Brummer, Glasewald oder Holzschuher die vielen — vermeintlichen — Lücken festgestellt hatte. Hier schuf die Stenger'sche Aufstellung Wandel. Letztere legte ich auch an Hand meines eigenen reichhaltigen Materials der Bearbeitung zugrunde.

In vorliegendem Büchlein sollen nicht etwa die Daten der Gebrauchszeit oder die verschiedenen Typen der einzelnen Nummern-Stempel behandelt werden — das sei einer späteren Besprechung vorbehalten — , sondern es soll lediglich festgestellt werden, welche Nummernstempel in Verbindung mit den Ortsstempeln einwandfrei bisher bekannt geworden sind. Gleichzeitig kann es als Fehlliste benützt werden und ist so eingerichtet, daß Nachträge bequem angebracht werden können. Sicher ist anzunehmen, daß noch verschiedene Stempel zur Ergänzung gefunden werden, ebenso wie bei den Marken erst nach vielen Jahren der Verausgabung manch bis dahin unbekanntes Stück entdeckt wurde.

Ich sage mir, ein Katalog, der Dinge enthält, die existieren könnten, ist weniger praktisch im Gebrauch und wegen der in der Sammlung notwendigerweise entstehenden vielen Lücken weniger beliebt, als ein solcher, der nur jene anführt, die wirklich existieren. Findet dann ein Sammler ein Stück, das nicht in diesem Verzeichnis angeführt steht, so genießt er reine Sammlerfreude, — auch deshalb, weil er durch Meldung einer Entdeckung, also durch Mitarbeit zur Erforschung des Gebietes beitragen kann. Das Verzeichnis wird eben dann auf Grund seines Belegmaterials um die von ihm gefundene Nummer vermehrt.

Ich richte im allgemeinen Interesse an alle Sammler die Bitte, mir etwaige Fehler und Ergänzungen mitzuteilen, am besten unter Einsendung des betreffenden Belegstückes. In der „Deutschen Briefmarken Zeitung" werden diese Nachträge jeweils veröffentlicht werden. Nicht versäumen will ich, Herrn Dr. Stenger und besonders Herrn Landgerichtsdirektor Dr. Haymann für die freundliche Mit- arbeit meinen besten Dank auszusprechen. Mein Wunsch ist, daß das Büchlein — lediglich aus idealen Absichten entstanden — manchem Sammler nützlich sei und Freude bereite und daß es dazu beitragen möge, neue Anhänger dieses anregenden und wenig kostspieligen Sammelgebietes zu gewinnen.

Johann Wilhelm Stündt
z. Zt. Vorsitzender des Briefmarkensammler-Vereins Nürnberg,

Mitglied der Wissenschaftlichen Gruppe des ständigen Ausschulens für die Deutschen Philatelietage.

NÜRNBERG, Knauerltr. 10.
November 1916.



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